Gemeinde Weenzen

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Wechselhafte Landkreis-Zugehörigkeit

Das Dorf Weenzen liegt in der nördlichen Hilsmulde und zwar dort, wo sich die alte Paderborner Heerstraße - heute B 240 - mit der Landesstraße L462 Hemmendorf-Duingen- Delligsen kreuzt. Die Paderborner Heerstraße ist eine der ältesten Straßen in Niedersachsen und wurde von Ludwig dem Frommen, einem Sohn Karl des Großen, 814 - 840 n. Chr. erbaut. Im Zuge der Christianisierung war es die Verbindung der Bistümer Paderborn und Hildesheim.

Über Weenzen lag um 1300 eine Burg der Böcke von Nordholz aus Voldagsen, die hier eine Schäferei und Meiergüter besaßen.

Die erste Siedlungsform war der Einzelhof, später entstand ein Reihendorf. Da diese Siedlungsformen aus dem 11. - 13. Jahrhundert stammen, wird davon ausgegangen, dass Weenzen (Weentze) um diese Zeit gegründet wurde. Urkundliche Belege fehlen. Der einmalige Ortsname wurde bis 1799 mit "tz" geschrieben.

Ab 1400 gehörte Weenzen zum Amt Lauenstein. Mit der preußischen Verwaltungsreform wurde Weenzen in den Ostkreis des Landkreises Hameln eingebunden. 1972 ist Weenzen durch die Zuordnung zur Samtgemeinde Duingen in den Landkreis Alfeld gekommen. Im Jahr 1977 ist die Samtgemeinde Duingen dem Landkreis Holzminden zugeordnet worden. Durch ein Urteil des Landgerichts Bückeburg gehört die Samtgemeinde Duingen seit 1.7.1981 zum Landkreis Hildesheim. Aus diesem Hin und Her hat sich die scherzhafte Bezeichnung Weenzen, Kreis HAMFELDMINDESHEIM ergeben.

Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten


Mittelpunkt des Ortes sind die alte Schule von 1885 und die St. Maternuskapelle von 1887, die aus Thüster Kalkstein erbaut wurde. Beide sind an Stelle älterer und baufälliger Gebäude entstanden. Die erste St. Maternuskapelle war schon vor der Reformation 1555 hier entstanden. Südwestlich des Ortes lädt im alten Weenzerbruch der geologische Lehrpfad mit vielen Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten zum wandern und verweilen ein. Einmalig in Mitteleuropa findet man hier den gediegenen Schwefel und Marienglas.

Die Einwohner lebten vom Ackerbau. 11 Einwohner (Bödener) waren Gipsbrenner. Seit dem Mittelalter wurde Gips abgebaut. Daher im Wappen die Ähren und Gipserhämmer. Der Gipsabbau wurde in den letzten Jahren eingestellt.

Haus in der GemeindeWeenzen ist geprägt durch eine Vielzahl großer Bauernhöfe. Durch den Strukturwandel werden aber nur noch 3 Höfe im Voll- und einer im Nebenerwerb bewirtschaftet. Ein Landkaffee, eine Spedition, eine Viehgroßhandlung, ein Friseursalon, ein Rolladenbaubetrieb, ein Montagebaubetrieb sowie ein Bestattungsunternehmen bilden heute die wesentliche Infrastruktur.
Zur Freizeitgestaltung gibt es den Schützenverein, die Freiwillige Feuerwehr, den Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes, den Bund der Heimatvertriebenen sowie den über die Grenzen hinaus bekannten Karnevalsverein.

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Mittwoch, 18.10.2017, 22:02