Capellenhagen
Eine Kapelle gab dem Ort den Namen
Eingerahmt von Ith, Hils und dem Duinger Wald liegt Capellenhagen genau zwischen Weser und Leine, in einer Höhe von 290 Metern. Im Jahre 1304 wurde Capellenhagen zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Kapelle gab einst dem Dorf seinen Namen. Die Sage erzählt folgendes:
Im Jahre 1307 war der Edelherr Bodo von Homburg auf der Jagd am Ithberge. Dabei hatte er das Unglück, seinen Knappen am Ohr zu verletzen. Aus Dankbarkeit, dass durch Gottes gnädige Fügung der Knappe nicht tödlich verletzt war, baute der Edelmann mit
Gemahlin eine Kapelle an der Straße von Duingen nach Wickensen. Bald darauf siedelten sich
hier Menschen an.
Capellenhagen ist ein klassisches Straßendorf und war immer landwirtschaftlich geprägt.
Bedingt durch die Berghänge des Iths gibt es viele Wiesen und Weiden. Die drei landwirtschaftlichen
Betriebe, die heute noch hauptberuflich wirtschaften, haben demzufolge Milchvieh. Ein vierter Landwirt betreibt seinen Hof im
Nebenerwerb.
„Kuhbauern“ prägten einst die Landwirtschaft
Früher einmal gab es hier 35 Bauern. Ein großer Teil davon waren „Kuhbauern“, dass heißt, sie ackerten mit einem Gespann Kühe. Das war recht beschwerlich und nahm viel Zeit in Anspruch. Doch auch diese Hofbesitzer hatten damals ihr Auskommen und waren zufrieden. Seit Ende des 19. Jahrhunderts bis Januar 1965 gab es im Dorf auch ein Sägewerk, wo ca. 20 Leute beschäftigt waren. Heute wird ein Teil dieser Räumlichkeiten von einer Tischlerei genutzt.
Wer die kurvenreiche Bundesstraße 240 durch Capellenhagen fährt, stellt fest, dass mehrere
alte, aber auch durchaus schöne Fachwerkhäuser das Dorfbild prägen. Der Fachwerkbau zählt
zu den bedeutendsten Kulturleistungen dieser Gegend. Die Giebelfront wirkt eindrucksvoll,
allerdings ist hier das Balkenwerk kaum verziert. Dafür schmückt ein religiöser Spruch die Vorderansicht
der Häuser oder man findet die Namen der Erbauer über der Eingangstür. Eine Technik
der ländlichen Fachwerkdekoration sind die Säulenelemente neben der Haustür (siehe Haus
Esse, Hauptstr. 20).
Im Jahre 2004 beging Capellenhagen seinen 700. Geburtstag. Aus diesem Anlass fanden im Dorf mehrere Veranstaltungen statt, die viel
Anklang gefunden haben und mit großem Interesse und Begeisterung besucht wurden. Seit
einigen Jahren bemüht sich die Dorfgemeinschaft, dass der Ort attraktiver werden soll.
So wurde u. a. ein alter Brunnen verschönt und mit einem Sitzplatz versehen. Man hat auf dem
„Milchbrink“ eine Schutzhütte erstellt, von der Besucher einen herrlichen Blick auf das Dorf
und die schöne Umgebung genießen können. Der Kinderspielplatz auf dem „Angerteich“ hat ein neues Gesicht erhalten. Die ehemalige
Schule wird heute als Dorfgemeinschaftshaus genutzt. Hier treffen sich das DRK, der Gesangverein,
der Sozialverband und vom Sportverein werden dort Tischtennisturniere ausgetragen. Für die Jugend steht ein Gemeinschaftsraum
zur Verfügung. Die freiwillige Feuerwehr feierte im Sommer 2004 ihren 70. Geburtstag.
Der nahe gelegene Ith mit seinen Klippen wurde zum norddeutschen Domizil für Kletterer. Herrliche Wälder laden zum Wandern und die
Bergkuppen zum Ausschau halten ein. Viele Ausflügler lockt der schöne Segelflugplatz auf dem Ithkamm. Ein silberner Segelflieger auf blauem Grund wurde das Wappen von Capellenhagen.
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